Schneckenklee


Schneckenklee

Medicago littoralis,
blühende Pflanze mit unreifen Früchten

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Trifolieae
Gattung: Schneckenklee
Wissenschaftlicher Name
Medicago
L.

Schneckenklee (Medicago) ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese Gattung umfasst etwa 85 Arten und ist am artenreichsten im Mittelmeergebiet entwickelt.

Beschreibung

Illustration zweier Medicago-Arten: unten Hopfen-Schneckenklee (Medicago lupulina) und oben Arabischer Schneckenklee (Medicago arabica).

Vegetative Merkmale

Die meisten Medicago-Arten sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen oder selten Sträucher, wie der im Mittelmeergebiet vorkommende Strauch-Schneckenklee (Medicago arborea). Sie erreichen selten Wuchshöhen über 100 Zentimeter. Die wechselständig und spiralig angeordneten, gestielten Laubblätter sind – ähnlich wie beim Klee (Trifolium) – dreiteilig gefiedert. Die Ränder der Fiederblättchen sind fein-gezähnt. Die zwei Nebenblätter sind mit dem Blattstiel verwachsen, aber untereinander frei.

Generative Merkmale

Blütenstandsschaft und Blütenstand von Medicago lupulina.

Die Blüten stehen selten einzeln, meist zu vielen in achselständigen traubigen Blütenständen mit oder ohne Tragblättern auf langen Blütenstandsschäften. Die kurz gestielten, kleinen, zygomorphen Blüten sind fünfzählig.

Die fünf Kelchblätter sind glockig verwachsen; wobei die Kelchzähne deutlich kürzer sind als die Kelchröhre. Von den fünf gelben oder purpurfarbenen bis blauen, genagelten Kronblättern sind zwei zum Schiffchen verwachsen. Das Schiffchen ist kürzer als die Flügel. Die Flügel sind nicht mit dem Schiffchen verwachsen.

Von den zehn Staubblättern sind neun verwachsen. Es ist nur ein oberständiges Fruchtblatt vorhanden mit vier bis 25 Samenanlagen. Es ist Bestäubung durch Insekten (Entomophilie) erforderlich oder bei einigen Arten kommt es zu Selbstbestäubung.

Hülsenfrüchte verschiedener Medicago-Arten.

Die Hülsenfrüchte sind meist schneckenartig eingerollt (daher der deutsche Name!) und können je nach Art in unterschiedlichem Ausmaß, in verschiedener Weise bestachelt sein. Einige Arten haben aber auch nur sichelförmig gebogene Hülsenfrüchte. Die Früchte enthalten drei bis 15 Samen. Die relativ kleinen Samen sind nierenförmig, glatt oder rau. Als Diaspore fungiert je nach Art die Frucht oder der Same. Weil sich die Früchte mancher Arten am Fell von Tieren anheften, nennt man „Kletthülsen“.

Wurzelknöllchen bei Medicago italica mit Sinorhizobium meliloti.

Ökologie

Wie andere Hülsenfrüchtler (Leguminosen) besitzen die Medicago-Arten die Fähigkeit, mit Hilfe von symbiotischen Knöllchenbakterien (bei vielen Arten der Tribus Trifolieae ist das die Art Sinorhizobium meliloti (Dangeard 1926) De Lajudie et al.) Stickstoff aus der Luft aufzunehmen und zu fixieren. [1]

Systematik

Die Erstveröffentlichung des Gattungsnamens Medicago erfolgte durch Carl von Linné. Typusart ist Medicago sativa L.. Synonyme für Medicago L. sind: Crimaea Vassilcz., Factorovskya Eig, Kamiella Vassilcz., Lupulina Noulet, Medica Mill., Pseudomelissitus Ovcz. et al., Radiata Medik., Rhodusia Vassilcz., Turukhania Vassilcz.. Die Gattung Medicago gehört in die Tribus Trifolieae in der Unterfamilie Faboideae innerhalb der Familie der Fabaceae. [2]

Strauch-Schneckenklee (Medicago arborea)
Habitus, dreiteilig gefiederte Laubblätter und Hülsenfrüchte, „Kletthülsen“ von Medicago ciliaris.
Blätter und Hülsenfrüchte von Medicago littoralis.
Strand-Schneckenklee (Medicago marina)
Hülsenfrüchte von Zwerg-Schneckenklee (Medicago minima), „Kletthülsen“.
Hülsenfrucht von Scheiben-Schneckenklee oder Tellerförmiger Schneckenklee (Medicago orbicularis).
Bastard-Schneckenklee (Medicago sativa nothosubsp. varia)

Die Gattung Schneckenklee (Medicago) wird in Sektion und Untersektionen gegliedert und enthält etwa 85 Arten [2]:

Quellen

Einzelnachweise

  1. Jens Buhrmester: Genomweite Analysen von Gen-Clustern zur ABC-Transport-vermittelten Eisenaufnahme bei Sinorhizobium meliloti Stamm Rm1021, Dissertation, 2004: Fulltext-Online.
  2. 2,0 2,1 Eintrag bei GRIN.
  3. M. Rosato, M. Castro, J. A. Rossello: Relationships of the Woody Medicago Species (Section Dendrotelis) Assessed by Molecular Cytogenetic Analyses. In: Annals of Botany. Band 102, Nr. 1, 2008, S. 15–22, doi:10.1093/aob/mcn055.
  4. Tee Havananda, E. Charles Brummer, Iván J. Maureira-Butler & Jeff J. Doyle: Relationships Among Diploid Members of the Medicago sativa (Fabaceae) Species Complex Based on Chloroplast and Mitochondrial DNA Sequences, In. Systematic Botany 35 (1), 2010, S. 140-150. doi:10.1600/036364410X493340

Weblinks

Commons: Schneckenklee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien